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P.Bauer

Grußwort des Bürgermeister der Kreisstadt Limburg an der Lahn

 

Als Bürgermeister der Kreisstadt Limburg an der Lahn gratuliere ich der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Limburg e.V. zu ihren 10-jährigen Bestehen im Namen der städtischen Körperschaften und aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ganz herzlich.

Ich begrüße die Aktivitäten und das ehrenamtliche Engagement der Gesellschaft bei dem Aufbau und der Integration der noch jungen jüdischen Gemeinde in unserer Stadt.

Ich entbiete allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Jubiläumsfeier einen herzlichen Willkommensgruß. Für die Zukunft wünsche ich der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Limburg e.V. alles Gute und viel Erfolg bei dem Erreichen ihrer gesteckten Ziele.

 

Martin Richard                          Limburg, im Januar 2002

Bürgermeister der Kreisstadt Limburg an der Lahn

 Grußwort des Landrates des Kreises Limburg-Weilburg

Es hat nach dem, auch das Christentum in seinen Grundfesten erschütternden Holocaust, eine geraume Zeit in Anspruch genommen, ehe eine Neubesinnung auf das Thema Juden und Christen wieder einen breiteren Raum einnehmen konnte. Die Kreisheimatstelle hat in den 80er und 90er Jahren einige Veröffentlichungen über die Geschichte der Juden in unserem Landkreis veröffentlicht. Auch gab es hin und wieder Gedenkstunden und Gesprächskreise. Gut ist aber, dass vor zehn Jahren interessierte Männer und Frauen den Mut fanden, eine Gesellschaft ins Leben zu rufen, die bei gegenseitiger Achtung aller Unterschiedlichkeiten eine aktive Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden anstrebt. Und zwar nicht in Momentaufnahmen, sondern in der Kontinuität im Blick auf eine gemeinsame Geschichte von Christen und Juden in unserer Heimat. Dabei haben die Mitglieder der Gesellschaft in den 10 Jahren ihrer Spurensuche vielfältige Anstoße gegeben. Es gab zahlreiche Besuche von ehemaligen jüdischen Mitbürgern in ihrer alten  Heimat, dem Landkreis Limburg-Weilburg. Synagogen wurden restauriert, Gedenkstätten eingerichtet, jüdische Friedhofe gepflegt. Die Gesellschaft für Christlich-Jiidische Zusammenarbeit hat aber nicht nur den Blick auf die Jahrhunderte gemeinsamer christlich-jüdischer Geschichtegerichtet, sondern arbeitet auch an Gegenwart und Zukunft, damit es nie mehr dazu kommen kann, was schon der Psalmist einst beklagen musste: "Sie verbrennen dein Heiligtum; sie entweihen und werfen zu Boden die Wohnung deines Namens."

Ich danke den Mitgliedern der Gesellschaft für ihre wertvolle Arbeit und wünsche ihnen auch künftig Kraft und Mut. 

Dr. Manfred Fluck; Landrat                                                Limburg-Weilburg, 2002

Grußwort des Landrates des Rhein-Lahnkreises

Im Namen der gesamten Bürgerschaft des Rhein-Lahn-Kreises darf ich unsere Freude und Dankbarkeit darüber zum Ausdruck bringen, dass die in Limburg ansässige Gesellschaft für Christ­lich-Jüdische Zusammenarbeit heuer 10 Jahre besteht. Besonders freut mich hierbei die angekündigte Erwägung einer Namensänderung dieser Gesellschaft, um auch auf deren Wirken im Rhein-Lahn-Kreis hin zu deuten.

Beide Religionen, Juden wie Christen, besinnen sich in unserem Land auf ihre gemeinsamen Wurzeln. Dies wird auch mit dem Wirken der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenar­beit deutlich. Nur wer die Geschichte kennt, der begreift auch die Gegenwart und kann die Zu­kunft positiv gestalten. Deshalb ist es dem Rhein-Lahn-Kreis ein wichtiges Anliegen, immer wieder auf geschichtliche Zusammenhänge und Ereignisse hinzuweisen. Seit 14 Jahren führt unser Kreis am 9. November im Kreishaus jeweils eine Veranstaltung ,,Gegen das Vergessen" durch.

Mit zahlreichen Aktionen und Aktivitäten, Veranstaltungen und Gottesdiensten haben die Burger des Rhein-Lahn-Kreises in all diesen Jahren an das Schicksal ihrer jüdischen Mitbürger erinnert. Auch in den Schulen unseres Kreises wurden Aktivitäten entwickelt, so dass die kommenden Generationen nicht vergessen werden, was im zweiten Drittel des vorigen Jahrhunderts in unserem  Lande vor sich ging. Deshalb bin ich sicher, dass der Leitspruch Ihrer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit auch in Zukunft für uns alle um so mehr gelten wird: Wissen, Verständnis, Weisheit. Lassen Sie uns auf diesen drei Säulen weiterhin gemeinsam aufbauen!

Kurt Schmidt; Landrat des Rhein-Lahn-Kreises             Rhein-Lahn, 2002

 Grußwort der Jüdischen Gemeinde Kreis Limburg-Weilburg

Die Jüdische Gemeinde des Kreises Limburg-Weilburg beglückwünscht herzlich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Limburg e.V. zum zehnjährigen Jubiläum und wünscht ihr weiterhin Blühen und Gedeihen und erfolgreiche Arbeit. Zehn Jahre - ist das viel oder wenig? Im Vergleich zu der jahrhundertealten Geschichte des Ju­dentums in Deutschland ist es unwahrscheinlich wenig. Im Laufe dieser Geschichte gab es oft feindselige Beziehungen zu den Juden. Aber einige Regenten und Teile der Bevölkerung verhiel­ten sich den Juden gegenüber loyal oder sogar freundschaftlich. - Die Apotheose der Geschich­te des Antisemitismus in Deutschland waren die jähre des Holocaust. Es gab früher nicht die offiziell registrierten und überall organisierten Gesellschaften, deren Arbeit auf die Verstärkung der Freundschaft mit den jüdischen Gemeinden und auf Hilfe für sie ausgerichtet war.

Erst nach dem Wiederaufleben des jüdischen Lebens in Deutschland und auf Grund der Lehren, die man aus dem Holocaust zog, wurden solche Gesellschaften gegründet. Oft stimmte die Zeit der Entwicklung solcher Gesellschaften mit der Massenauswanderung der Juden aus den Län­dern der ehemaligen Sowjetunion überein.

Ich denke, dass das Jahrzehnt, das die Christl.-Jüdische Gesellschaft Limburg feiert, nicht nur praktisch wichtig ist, sondern gleichzeitig symbolische Bedeutung für unsere jüdische Ge­meinde hat. Denn schon vor dem Aufbau unserer Gemeinde im August 1999 förderte Frau Pullmann als geschäftsführende Vorsitzende der Gesellschaft die Begegnungen der jüdischen Immigranten.

Obwohl mehr als zwei Jahre nach der Gründung unserer Gemeinde uns kein Raum zur Verfügung steht, können wir alle Feiertage im großen Musikraum der Leo-Sternberg-Schule feiern und erhalten viele Ideen im Voraus.
Dafür sagt unsere Gemeinde von Herzen Dank.  

Die Christi.-Jüd. Gesellschaft organisierte für uns eine Fahrt zum Jüdischen Museum in Frank­furt und ein Konzert mit jüdischen Liedern, gesungen von Frau Rychla aus Halle. Sie organisier­te ein Benefizkonzert mit Sängern der Oper Frankfurt und überwies die gesamten Einnahmen unserer Gemeinde. Mehrmals überwies sie weitere Spenden an uns. - Wir hoffen, dass andere diesem noblen Beispiel folgen werden. Für dies alles ist unsere Gemeinde der Gesellschaft mehr als dankbar. Am 8. November 2001 standen wir alle gemeinsam vor der Gedenkplatte, die an die 1938 zer­störte Synagoge Limburg erinnert, im Beisein von Herrn Dr. Richard, dem I. Stadtrat, und Gäs­ten aus Amerika, Herrn Lothar Liebmann und seiner Ehefrau Eva. Da haben die Mitglieder unserer jüdischen Gemeinde besonders gespürt, dass sie nicht alleine sind und dass durch die gemeinsamen Anstrengungen eines Tages eine neue Synagoge in Lim­burg begründet werden kann.

In diesem Zusammenhang kann man sagen, dass zehn Jahre viel sind, wenn man die reiche und effektive Arbeit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit berücksichtigt.

   Wir hoffen von Herzen auf die weitere Entwicklung derChristlich-Jüdischen Gesellschaft und auf unsere gemeinsame produktive Arbeit.

 Elena Kopirovskaja

Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde des Kreises Limburg-Weilburg

 Grußwort von Herrn Avraham Frank aus Jerusalem

1923 in Flacht bei Diez geboren, 1936 nach Palästina ausgewandert, verheiratet mit Rita Scherl aus Berlin, auch ein „Kind" des Kindertransportes nach England.

Dem Vorstand und der Mitgliedschaft der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit Limburg entbiete ich hiermit meine Gratulation und herzliche Glückwünsche zum ersten Jahr­zehnt ihres Bestehens.

Mazel tov-gut Glück!     

Es ist mir daran gelegen zum Ausdruck zu bringen, was mich mit Ihnen verbindet und warum ich Ihre Tätigkeit achte und schätze, hie und da auch bescheidene Versuche mache, Ihre Aufga­ben mit Rat und Tat zu unterstützen. Ich stamme aus einer seit über 300 Jahren in Flacht ansässigen Familie. 1936 mussten wir Deutschland verlassen. Nachdem die Juden im nassauischen Land, wie überall in Deutschland, während des Holocaust auf unbeschreiblich barbarische Weise mit Stumpf und Stiel ausgerot­tet wurden, bat mich anno 1958 mein seliger Vater, die frühere Heimat erstmals aufzusuchen, um festzustellen, was vom physischen Bestand der Gemeinden, Synagogen und Friedhöfe noch vorhanden war.

Er selbst hatte es nicht fertiggebracht, die von ihm so tief geliebte Gegend wieder zu betreten, insbesondere, weil der Grabstein seines Vaters auf dem uralten Diezer Friedhof Am Hain und der seiner Mutter auf dem zwischen Idstein und Esch gelegenen Waldfriedhof geschändet, zer­stört und nicht mehr vorhanden waren.

Als ich damals - vor über 40 Jahren - wieder nach Flacht und andere ehemalige Wohnorte mei­ner ausgelöschten Großfamilie kam, hütete ich mich instinktiv, Leuten, die mich ansprachen, die Hand zu geben. Ich konnte ja nicht wissen, wer in der verbrecherischen Zeit aktiver Nazi war und wer mit hinter verschlossenen Fensterläden zusah, wie man seine jüdischen Nachbarn peinigte und vertrieb...

Seitdem kam ich wohl ein dutzend Mal wieder ins Lahntal, den Westerwald und den Goldenen
Grund zurück, verlorenen und verwischten Spuren nachgehend, verwitterte Grabsteine entzif­fernd, im stillen trauernd. Außer dem nie abgebrochenen Kontakt mit unserer treuen Haushäl­terin Minna Wölfinger, Hahnstätten, sel. A., und ihrer Familie kam Jahrzehnte kaum ein menschlicher Kontakt zustande. Anfang der Neunziger Jahre machte ich die Bekanntschaft mit dem von mir hochverehrten Dekan Franz Gölzenleuchter und seiner lieben Gattin. Mit den von ihm verfassten Büchern über die untergegangenen jüdischen Gemeinden in dem früheren Unter- und Oberlahnkreis hat er sich für alle Zeiten sehr verdient gemacht.

Im Staffeler Pfarrhaus genossen meine Frau und ich nicht nur Gastfreundschaft, sondern lern­ten aufrechte Christen kennen, denen das Wachhalten der Erinnerung an das furchtbare Ge­schehen, wie auch der Brückenbau zwischen Deutschen, Juden und Israelis am Herzen liegt.

Das ist auch der Geist, der die stets rührig tätige Frau Christa Pullmann beseelt und sie stets von Neuem anspornt. Dafür gilt ihr  wie dem Vorstand und den Mitgliedern Ihrer Gesellschaft -in denen ich zu meiner Genugtuung permanente Ansprechpartner gefunden habe, von ganzem  Herzen kommender Dank und vollste Anerkennung! Eben Dasselbe gilt für die Hilfe, die Sie all den neu zugewanderten Juden aus der früheren Sowjetunion angedeihen lassen. Gottes reichen Segen für alle Mitglieder und Freunde der Gesellschaft und ihr Werk, in einer von wahrem Frieden und Verständnis zwischen Menschen verschiedener Religionen und Herkünfte in Deutschland, im Nahen Osten und auf der ganzen Welt erfüllten Zukunft wünscht Ihnen in treuer Verbundenheit mit Grüßen aus Zion und Jerusalem                             

Ihr

 Avraham Frank

 

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