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P.Bauer

     Gesellschaft Limburg übernimmt eine Patenschaft für einen jüdischen Friedhof in Polen.

 

Der jüdische Friedhof von Piwniczna im Departement Nowo Saczn in Polen, am Poprad-Fluss gelegen, wird durch eine Eisenbahnlinie zerschnitten. Die große weiße katholische Dorfkirche thront auf einem Hügel über dem Friedhof.

Über den Fluss führt hier eine Fußgängerbrücke. So gelangt man schnell vom Ort Piwniczna zum kleinen Kurzentrum und den Mineralquellenauf der anderen Seite des Pograd. Diese Quellen sind seit 1348 bekannt. Der Ort hat 1998 sein 650 jähriges Bestehen gefeiert. Aus der Festschrift zu diesem Anlass stammen die folgenden Angaben über die jüdische Gemeinde in Piwniczna.

Schon vor 1890 gab es hier rund 200 Juden, um 1891 waren es 252 Juden , ca. 5 % der Einwohnerzahl von Piwniczna. - In der Gemeindevertretung von 1918 werden von insgesamt 32 Vertretern folgende jüdische Vertreter genannt: Chiel Reich, Leib Geiler, Chaim und Aron Hochhauser, Leib Gaenger. Woher sie zugewandert waren, ist leider nicht erforscht.

Am 5. September 1939 besetzte die deutsche Armee als erste pol­nische Stadt im Süden von Krakau an der heutigen Grenze zur Slowakei Piwniczna. Genannt werden SS - Mann Hamann und der Vertreter der Gestapo Ströbl, beide aus Württemberg. 1939 lebten in Piwniczna 232 Juden und in der Umgebung weitere 74. Über 100 Juden wurden in ein Arbeitscamp eingewiesen, lebten dort unter schlimmsten Bedingungen und wurden dann an unbekannt Orte verschleppt Einigen Juden aus Piwniczna gelang die Flucht über die „grüne Grenze", da die Beskiden-Berge hier oft unzugänglich sind. Ein Widerstandskomitee aus Krakau half dabei. Es bildete sich auch eine Widerstandsbewegung von Polen an der Grenze aufgrund der grausamen Behandlung der Juden durch die deutsche Wehrmacht. Im November 1940 wurden die restlichen Juden aus der Gegend ins Ghetto Stary Saczn, dann Nowy Saczn, Treblinka und Belzec verschleppt. Die Synagoge in Piwniczna wurde zerstört das Eigentum der Juden verkauft, gestohlen. Der jüdische Friedhof wurde ebenfalls zerstört und aus den Grabsteinen wurden Garagen für die deutsche Wehrmacht gebaut Einige Steine finden sich auch als Bodenbelag auf dem Marktplatz in Piwniczna. So sind heute nur noch 20 - 22 Steine erhalten, davon 12-13 stehend, die anderen sind umgefallen. Mitten durch den ehemaligen Friedhof geht die Eisenbahnlinie Warschau. Am 17. August 1942 wurden 95 Juden von Piwniczna im Ghetto Stary Saczn , einer wunderschönen alten Stadt mit einem alten Kloster, in der Klosterkirche wird eine Madonna verehrt, erschossen. Viele Menschen beten in dem Kloster. Auch der jetzige Papst betete hier und man zeigt auf freiem Feld den Altar, wo er gepredigt hat. Da ich mit meiner polnischen Freundin Ewa aus Warschau in Piwniczna eine wunderschöne Woche verbringen konnte, sind wir beide zur Gemeindeverwaltung gegangen und haben vorgeschlagen, eine Patenschaft für den jüdischen Friedhof zu übernehmen als Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen und auch gerade zu der Zeit, als der Papst in Polen weilte und in Krakau ein großes neues Heiligtum vor ca. 1,5 Mill. Menschen einweihte. - Das ganze Land stand im Zeichen dieses Besuches, was ich mir nie hatte vorstellen können.

Unser Vorstand hat am 4. Sept. 2002 beschlossen, für fünf Jahre diese Patenschaft zu übernehmen mit Euro 100 pro Jahr. Sollte jemand noch etwas dazugeben wollen, kann er dies auf unser Konto 5397 bei der Kreissparkasse Limburg mit dem Vermerk „Piwniczna" überweisen. ( Pullmann)

Am 28. Juli 2004 erhielt unsere Gesellschaft einen Brief vom Amt für Städtische und Wohnungsangelegenheiten in Bad Piwniczna/Beskiden, Krakauer Str. 26, 33-350 Piwniczna Zdroj, Polen, folgenden Inhalts:

"Wir bedanken uns bei Ihnen ganz herzlich für die erneute Geldüberweisung zwecks Aufräumung des jüdischen Friedhofs in Piwniczna Zdroj. Ich möchte Sie informieren, dass die notwendigen Maßnahmen, insbesondere die Erneuerung der Abschnitte der Umzäunung, ausgeführt worden sind.

Es werden regelmäßig Arbeiten durchgeführt, wie Grasmähen und andere Aufräumarbeiten, um der Gedenkstätte ein würdiges Aussehen zu vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Direktor Wojciech Rams, Ingenieur MA"

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