Pressebericht: Zu Besuch in einem »neuen Deutschland«
|
|
|
|
Berta Leverton im Cineplex: Die 78-Jährige war als Kind beim
"Kindertransport" vor den Nazis in Sicherheit gebracht worden.
|
|
|
Limburg. Als das Licht wieder anging, brandete lauter Beifall auf. Der Applaus von
insgesamt rund 1700 Schülern in vier Vorführräumen des Cineplex-Kinos galt aber nicht nur
dem Film »Kindertransport«, den sie gerade gesehen hatten. Mit Ihrem Klatschen dankten
die Kinder und Jugendlichen auch Bertha Leverton. Die 78-Jährige war eigens von London
nach Limburg gekommen, um gemeinsam mit den Schülern das Kino zu besuchen. Bertha
Leverton hat nämlich eine ganz besondere Verbindung zu dem Dokumentarfilm
»Kindertransport«. Die gebürtige Münchnerin war eines von 10000 jüdischen Kindern aus
Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei, die 1939 vor der Verfolgung im
Deutschen Reich nach Großbritannien in Sicherheit gebracht wurden. Der Film erzählt die
Geschichte der Kinder, die von ihren Eltern getrennt in Zügen durch halb Europa gebracht
wurden und schließlich die rettende Küste Englands erreichten.
Die Aufführung in Limburg hatte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
gemeinsam mit dem Cineplex organisiert. Bertha Leverton stand den Kindern nach der
Aufführung Rede und Antwort. »Muss ich mich als Deutsche schämen?«, fragte ein
Mädchen. Das beantwortete die Zeitzeugin mit einem klaren Nein. Das heutige Deutschland
habe vieles aufgearbeitet. »Dass dieser Film gezeigt werden kann, spricht für ein neues Deutschland«, sagte Leverton.
|